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Ulla Forsell Botanica

Ihre Fischzüge durch Traditionen und Kulturen befruchten die lustvolle Kreativität der  Glaskünstlerin Ulla Forsell, deren Eigensinn und Attraktion einzigartig ist. Ulla Forsell gehört zu den ganz großen Persönlichkeiten zeitgenössischer Glaskunst. Sie beschenkt uns mit ebenso narrativen wie opulenten Werken, deren Herkunft aus dem skandinavischen Kulturkreis zuerst überraschend erscheint. Doch als Künstlerin sind die Weltkuturen ihr Farbkasten und schliesslich auch die heimischen Folklore, von der sie sich kräftig inspirieren lässt.

Portrait_ulla_forsell Glas ist transparent. Doch es vermag auch das Licht zu sammeln und zu reflektieren. Von allen Materialien die das moderne Leben beeinflussen würde es sicher am meisten vermisst wenn es fehlen würde. Es gäbe keine Fenster, keine Sicht von drinnen nach draussen und umgekehrt. Kein anderes Material hat diese magische Dimension der Unsichtbarkeit. Farbiges Glas schimmert, leuchtet und verändert sich mit der Intensität des Lichts, das es braucht um seine ganze Pracht zu entfalten. All diese Phänomene faszinieren Ulla Forsell seit Jahrzehnten und sie gibt ihnen eine tragende Rolle in ihrem Werk.

Die Natur, Blumen und Pflanzen, inspirieren ihre geradezu spielerisch frei geformten 3D Blüten- und Blätterwerke. Frei schwebend im Raum oder als üppige Tischdekorationen sieht sie ihre die überdimensionierten Naturstudien, in denen sich kostbar schimmernde Folien, spiegelnde Transparenz und Volumen verlockend sinnlich geben.
 "Primavera" nennt sie mit raumgreifender Glas-Blust verzierte Objekte als Wand-oder Tischschmuck, die tatsächlich mehr an südliche Dekorationsstile als an schwedische Schären erinnern.
Kostbar schimmernde Farbenpracht entfalten ihre "Botanica" Arbeiten, für die sie überwiegend Stiche und Illustrationen des 18.Jahrhunderts wählt, insbesonders die des deutschen Botanikers Georg Dionysius Ehret und des englischen Naturalisten und Aquarellisten Eleazar Albin. Die Motive werden mit Siebdruck auf Glasplatten übertragen und eingeschmolzen. Spiegelkaschierungen auf der Rückseite der Paneele wecken das geheimnisvolle Farbenspiel dieser beeindruckenden Arbeiten.

Ausgebildet wurde Ulla Forsell an der Konstfack Stockholm und Glassschule in Orrefors sowie an der Rietveldt Academie in Amsterdam. Seit 1974 betreibt sie ihr eigenes Glasstudio in Stockholm. Aus Ihrer unerschöpflichen Erfahrung im Umgang mit Glas, und all den mit ihm verbundenen Techniken, entwickelt sie immer wieder überraschende Ideen, die sie international in Galerien, auf Kunstmessen und in Museumsausstellungen präsentiert. Ihre Werke sind Teil öffentlicher und privater Sammlungen, in Skandinavien, auch im Victoria and Albert Museum, London und im Corning Museum of Glass, USA.