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Frank Schillo Full swing

Kaum ein Keramiker vermag so konzentriert und doch abwechslungsreich seinen Stil zu wahren. Voller Schwung und Energie sind Frank Schillos Gefässe, Objekte und Vasen. Ihre Korrespondenz mit dem Raum ist intensiv. Die Variation des redurzierten Kanons an Formen, Farben, Strukturen scheint ihm unerschöpflich.

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Frank Schillo ist ein Form-Keramiker, dem es mit seinen stets aus hellem Steinzeugton gefertigten und bei 1260° Grad im Elektroofen gebrannten Keramiken nicht um Expression oder keramische Effekte geht. Gerade die Enge, ja Beschränktheit seines kühlen, konzeptuellen Ansatzes zwingt ihn, die technischen Aspekte seiner Keramiken diesem unterzuordnen. Besonders deutlich wird das in seiner Glasurbehandlung: Die Glasur, gleichmäßig monochrom aufgespritzt, meist mattes Weiß oder Schwarz, seltener Grau, erfaßt die Form dezent und zurückhaltend, ohne sie über sich hinauszutreiben oder selbst besonders hervorzutreten. Glasur bringt allein die Modellierung der Form zur Geltung.

In seinem Insistieren auf formaler Qualität und der unbedingten Treue zu einem formalen Prinzip ist Frank Schillos in seinen Keramiken äusserst konsequent. Selbst in den reinen Gebrauchskeramiken ist sein Stil immer wieder zu erkennen. Funktionalität und Sachlichkeit verbünden sich hier während er in seiner Studiokeramik die Formen in wahrem Sinne des Wortes wachsen lässt.

Frank Schillos keramische Gratwanderung zwischen Gefäß und Objekt findet Anerkennung: Zahlreiche Preise und etliche Museumsankäufe zeugen davon. Seit über zehn Jahren betreibt er sehr erfolgreich sein eigens Keramikstudio im Bonner Raum.

Teile des Textes zitieren Walter H. Lokau Einführung zur Ausstellung im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg vom 1. Juli bis 15. August 2007