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Christiane Perrochon Farben sammeln

Seit vier Jahrzehnten hat sich die Keramikerin Christiane Perrochon der Entwicklung von Keramikfarben verschrieben. Die Faszination der Farben lässt sie nicht los. Geradezu mit einem sechste Sinn für die Entdeckung neuer Farbtöne ausgestattet entwickelt sie diese in Nuancen und einer Leuchtkraft die man selten, wenn überhaupt, je im Zusammenhang mit Keramik gesehen hat.

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Christiane Perrochon widmet sich schon ihr Leben lang der Erforschung keramischer Farben und Glasuren für einen hohen Temperaturbereich. Ihre Geschichte der farbigen Glasuren ist auch eine von Geduld und erkannten Chancen. Sie begann mit Feldspat, Asche, Ton und Silikaten, die auch für chinesische Glasuren eingesetzt werden und entdeckte wunderschöne Grüns, Blaus, Schwarz und Gelbs.

Doch sie steigerte ihre Möglichkeiten indem sie die Temperatur von 1300°C auf 1280°C herabsetzte und damit eine größere Variationsbreite und leuchtendere Farben erhielt. Hoch gebrannte Steinzeugglasuren unterscheiden sich von niedrig gebrannten Fayencen darin, dass die Glasuren noch keine Farben vor dem Brennen haben. Methodisch experimentierte Christiane Perrochon mit lokalen Mineralien, Stein- und Holz-Asche sodass sie heute aus einer ungewöhnlichen Fülle feinster Farbnuancen wählen kann.

Die Ergebnisse hängen von der delikaten Balance der Zutaten ab, winzige Veränderungen wirken sich radikal auf das Ergebnis aus. Ein Kupferoxyd kann ebenso dunkles Blau, Kupferrot oder Grassgrün ergeben während ein Nickel Sonnenblumengelb, tiefes Blau oder Pink ergeben kann. Christiane Perrochon hat Weißtöne entwickelt die gerade ein wenig ins Gelb, Pink oder Blau kippen. Sie liebt es besonders, wenn die Farben sich gerade eben auf eine andere zu bewegen und in Nuancen differieren. Hinzu kommen die Oberflächeneffekte wie matt, glänzend oder craquelée. Sie notiert jede einzelne Rezeptur und die Umstände der Entstehung um die Übersicht der Variationsmöglichkeiten nicht aus den Augen zu verlieren oder Fehler auch als Entdeckungen nutzen zu können.

Christiane Perrochon bevorzugt schlichte gedrehte und modellierte Formen, deren Funktionalität auf der Hand liegt, deren Farben in der Reihe und Fülle eine geradezu kontemplative Schönheit entfalten. Sie verführen den Benutzer zum kreativen Umgang, ebenso in der Nutzung wie in der Kombination der Keramiken.

Christiane Perrochon studierte an der "Ecole des Arts Decoratifs" in Genf, bildete sich in verschiedenen Studios weiter und zog 1979 mit ihrer Familie in die Hügel bei Arrezzo in der Toscana wo sie bis heute ihr Keramikstudio betreibt.