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Atsushi Kitahara Achtsamkeit

Der japanische Produktdesigner Atsushi Kitahara entwickelte in den letzten Jahren eine äusserst bemerkenswerte Kollektion von Porzellan-Accessoires, deren Handhabung eine neue Dimension der Achtsamkeit weckt. Sie betrifft natürlich die technische wie formale Raffinesse seiner Gefässe und, damit einher gehend, die Aufwertung der Rituale, das Essen und Trinken betreffend.
Portrait_atsushi_portraithh Indem er Kannen und Becher in Anlehnung an Formen kostbaren Schmuckes, facettierter Edelsteine oder handschmeichelnder Bachkiesel gestaltet schwingt gleichermaßen seine Wertschätzung für die Gefässe, sowie für die mit ihrer Nutzung verbundenen Handlungen und Aktionen mit. Seine äusserst funktionellen Kleinode aus Porzellan legen einen respektvollen Umgang mit Getränken und Lebensmitteln nahe. Die Aufwertung der Rituale, das Essen und Trinken betreffend, kann mit den technisch wie formal raffinierten Porzellangefässen von Atsushi Kitahara auch uns Europäer begeistern.

Seine neue Serie kleiner Gefässe „Glimpse“ spielt mit der menschlichen Neugierde, die sich von einem kurzen Aufblitzen, einem kleinen Einblick ebenso überraschen wie faszinieren lässt. In der japanischen Ästhetik spielt das verborgene Futter eines Kimonos diese Rolle, bei der nur eine Bewegung der Trägerin hin und wieder einen Blick freigibt. Atsushi Kitahara's Porzellane scheinen in anmutiger Bewegung erstarrt. Nur der schmale Einblick, eine schwungvolle Linie oder Überlappung markierend, ist farbig gefasst oder mit einem Muster versehen. Und wieder schwingt die Aufforderung mit eine kleine Blume, ein in Gemeinsamkeit genossenes Getränk mit der Benutzung dieser makellosen, klaren Gefässe zu adeln.

Atsushi Kitahara sammelte im Anschluß an seine Ausbildung in Keramik Design an der Okayama Prefectural University (2000 bis 2004) umfassende Berufserfahrung in verschiedenen japanischen Firmen. Er beschränkte sich nicht nur auf die Entwurfsarbeit, sondern begleitete die gesamte Produktentwicklung, Präsentation und Kooperation mit Köchen und Kunden sowie den Verkauf. Mit diesem ganzheitlichen Erfahrungshintergrund kam er nach Deutschland um seinen Master in Produktdesign (Porzellan, Keramik und Glas) an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zu machen. Seit 2011 lebt er in Halle, seit 2015 als freischaffender Keramik-Designer.