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Anna Sykora Retro - und nicht von gestern

Traditionellen Techniken der Porzellanbearbeitung entlockt Anna Sykora reizvolle Formen und Dekore, die nicht ohne Absicht eine Hommage an die 50ger Jahre beinhalten - und dennoch zeitgemäß, geradezu modern wirken. Die Konsequenz ihrer gestalterischen Haltung wird über die Jahre deutlich und beinhaltet gleichermaßen Kontinuität wie Innovation in der Form, die nicht zuletzt eine Dienende ist.

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Aus feinem Limoges-Porzellan dreht sie ihre Gefäße auf der Töpferscheibe. Noch in einem sehr empfindlichen Rohzustand werden diese mit einer dünnen Schicht Terra Sigillata überzogen. In einem aufwendigen Verfahren stellt die Keramikerin diesen Überzug aus stark illithaltigem Ton selbst her, der auch ohne Glasurüberzug glatt und leicht glänzend aufschmilzt. Die Terra Sigillata wird, nach eigener Rezeptur, mit keramischen Farbkörpern und Oxiden eingefärbt. Auf diese Weise bekommen die Oberflächen einen ganz besonderen Charakter, der sich mit einer herkömmlichen Glasur oder Engobe nicht herstellen ließe.

Verschiedene Ritzdekore und schwungvoll gemalte Motive, die an Batik erinnern, bringt Anna Sykora von Hand auf die Oberflächen.

Nach einem ersten niedrigen Brand werden die Gefäße innen glasiert und anschließend bei sehr viel höheren Temperaturen gebrannt. So erhält das Porzellan seine typische Transparenz. Es ist spülmaschinenfest und trotz seines Sonntags-Charakters sehr alltagstauglich.

Anna Sykora, die ihre Gesellenzeit in verschiedenen deutschen und englischen Keramikwerkstätten absolvierte, machte 1991 ihre Meisterprüfung an der Fachschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen und hat seit 1992 ein eigenes Studio in Berlin. 2004 wurde ihr auf der Frankfurter Messe Tendence der Hessische Staatspreis für das Kunsthandwerk und 2005 der Landespreis Berlin für das Gestaltende Handwerk zuerkannt. Anna Sykora lebt und arbeitet in Berlin.